|
Köthener Veranstaltungsbericht September 2005 |
 |
Wanderung durch Parkanlagen in
Großpaschleben und Trinum
|
|
| Führung
mit Herrn Herbert Kühnel
|
|
Sonnabend, den 11. 05. 05, 10.00 Uhr
Treff vor dem Schloß Großpaschleben
Gemeinsame Veranstaltung des VAL mit der
Kreisvolkshochschule
|
|
|
|
|
|
Es
ist zu einer guten Tradition des Köthener Kreisvereins des VALs geworden,
einmal im Jahr eine Exkursion in das Köthener Land zu unternehmen.
So war es in diesem Jahr wieder am 11. Juni soweit und mehr als 20
Vereinsmitglieder, Stadtführer und Gäste trafen sich vor dem Wasserschloß
in Großpaschleben. Trotz kühler Witterung waren fast alle
Teilnehmer mit dem Fahrrad angereist.
|
|

Der Treff am Parktor, im Hintergrund das
Schloß
|

Schloß Großpaschleben vom Gutstor aus

Das Stammwappen der von Wuthenau
(Näheres zum Adelsgeschlecht
mit Klick auf das Wappenfeld)
|
|
|
Das heutige Schloß war ursprünglich eine
alte Wasserburg.
Die Herren von Wuthenau ließen auf deren Fundamenten 1706/07 ein
barockes Herrenhaus mit Treppenturm errichten, ein zweige-schossiges
Wirtschaftsgebäude folgte. Bis 1945 zusammen mit
dem davor gelagerten Rittergut im Besitz der Wuthenaus.
Die Großpaschlebener Linie der Wuthenaus führte in ihrem Wap-pen
zwischen den Spitzen der Feuerhaken einen goldenen Stern.
|
|
|
Beim
Blick auf Schloß und Schloßteich mußten viele der An-wesenden
unweigerlich an die Erzählung des in Großpasch- leben geborenen Hermann
Wäschke „Was mitn Howe- karpn passiert is“ denken. Doch nicht
die bekannten Mund- artgeschichten waren das Thema der Tour.
Fachkundige
Führer der Exkursion waren nämlich Herbert Kühnel und Andreas Rösler,
die seit Jahren dem Naturschutz verbunden sind. So standen denn
auch die Wechselwirkun- gen in und mit der Natur im Mittelpunkt der
Veranstaltung. Zuerst im ehemaligen Schloßpark Großpaschleben und
dann in Gutspark Trinum. Schon
bei der Einführung wurde deut- lich, daß es zu widersprechenden
Zielstellungen in der Be- wahrung eines Parkes zwischen dem Denkmal -
(Pflege von
Sichtachsen) und dem Naturschutz (bewußtes Stehenlassen von Unterholz
oder umgestürzten Bäumen) kommen kann. Hier sollten in der
Praxis sicherlich Kompromisse geschlos- sen werden.
|
Oben: Der wohl schönste Blick auf
das Schloß: die Wasserseite.
Der Schloßgraben verbreitert sich an dieser Stelle zu einen Teich.
Unten: Blick vom Park über
den Schloßgraben in den Innenhof.
Im Vordergrund: das Wirtschaftsgebäude. |
 |
|
|
Interessant
war es, zu erfahren, daß die einheimischen Auen- wälder – oftmals Vorgänger
der Parks - im Grunde aus Ul- men, Eichen und Eschen bestehen. Viele
andere auch uns geläufige Arten – wie der Ahorn – wurden erst durch
den Menschen im Verlauf der Jahrhunderte und manchmal der Mode der Zeit
entsprechend in die Region gebracht. Doch dieses führt mitunter zur Verdrängung
einheimischer Baum- arten bzw. die fremden Gehölzer sind nicht in der
Lage, sich in unserem Klima zu vermehren. Auch
werden diese Pflanzen manchmal nicht von der beheimateten Tierwelt
angenommen und grenzen so den Lebensraum dieser Arten ein. |
|
|
|
Blick durch das Parktor in den
Schloßhof - und in entgegengesetzter Richtung: der Hauptweg als zentrale
Parkachse. Im rechten Bild ein schöner Fremdling in den Parks der Region:
die Blutbuche.
|
|
|
Auch
werden diese Pflanzen manchmal nicht von der beheimateten Tierwelt
angenommen und gren-zen so den Lebensraum dieser Arten ein.
|
|
|
Einen
großen Teil der Exkursion nahmen daher auch Erläuterungen zu den
Gefahren für die einhei- mische Tier- und Pflanzenwelt durch moderne
Einflüsse ein. Erschreckendes Beispiel ist hier der Bestand der
Ulme, die zu den ursprünglichen Baumarten unserer Heimat zählt.
Tiere aus anderen Kontinenten haben sich als Schädlinge für den Baum
herausgestellt und den Bestand schon stark dezimiert. Oftmals haben
die Bäume keine Chance ein mittleres Alter zu erreichen. |
|
 |
|
|
Ein seltsam gewachsener Solitär am
Hauptweg, weiter drinnen Buchen mit efeuüberwucherten Eschen und auf
einer kleinen Lichtung: ein idyllisch anmutender Weiher mit Schild „Angeln
verboten". |
|
|
Doch
nicht nur die „Theorie“ war Inhalt der Veranstaltung. Vorteil
einer geführten Exkursion ist auch das Auffinden und Beobachten seltener
Tierarten und Pflanzen, so z.B. von Orchideen in Groß-paschleben. Und auch ein Rotmilanhorst konnte aus einiger
Entfernung betrachtet werden. Glück- licherweise ist diese seltene
Greifvogelart wieder in der Region ansässig. |
|
|

|

|
|
Die Exkursionsteilnehmer auf dem Weg zu
einer Orchideen-Kolonie. Das Wetter besserte sich zwischen- zeitlich - die
Sonne kämpfte sich durch die Wolken und wärmte angenehm. Nun hieß
es: Weiterfahrt zum Gutspark nach Trinum |
|
|
|
|
Ähnlich wie im Schloßpark Großpaschleben
bleiben große Teile im Gutspark Trinum sich selbst überlassen. So kann man
dort einen wildromantischen kleinen Teich von einer Bank auf dem Damm der
früheren Parkanlage betrachten. Die nördliche Grenze des Parks bildet die
Ziethe (inzwischen ein sehr sauberes Flüßchen!). Auf deren Brücke ergab sich
am Ende der Wanderung ein angeregtes Frage-Antwort-Spiel. |
|
|
|
|
Während
des interessanten Vormittages wurde auch so manche traditionelle Meinung
korrigiert. So sind zum Beispiel Kastanien doch keine geeignete
Nahrung für Wildtiere.
|
|
|
Den
Abschluß bildeten Informationen zu eingewanderten Tierarten, wie Mink und
Nutria. Sogar Waschbären wurden bereits im Kreis Köthen geschossen.
Eine sicherlich nach-denklichmachende Entwicklung.
Die Exkursion klang in gemütlicher Runde im Paschlebener Forellen- und
Freizeithof aus, wo Fische definitiv nicht wie in der Paschlewwer Jeschichte
von Wäschke zubereitet wer-den.
|
|
|
|
Matthias Reinhold
|
|
|
|
Bilder, Bild-
und Ergänzungstexte: Hans-Jürgen Janik |
 |