Nach der Separation in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden in Nutha großzügige Gehöfte errichtet.
Nach der Separation in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden in Nutha großzügige Gehöfte errichtet.

Nach der Separation in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden in Nutha großzügige Gehöfte errichtet.

Die Nuthasche Mühle beindruckt noch heute durch ihre Größe und die Bautätigkeit des ehemaligen Besitzers Kommerzienrat Friedrich Bohne.
Die Nuthasche Mühle beindruckt noch heute durch ihre Größe und die Bautätigkeit des ehemaligen Besitzers Kommerzienrat Friedrich Bohne.

Die Nuthasche Mühle beindruckt noch heute durch ihre Größe und die Bautätigkeit des ehemaligen Besitzers Kommerzienrat Friedrich Bohne.

Die Dorfkirche ist ein spätromanischer Feldsteinbau. Die Fenster in Lanzettform sowie weitere Altargegenstände in der Kirche wurden von dem Künstler Gerlach Bente geschaffen.
Die Dorfkirche ist ein spätromanischer Feldsteinbau. Die Fenster in Lanzettform sowie weitere Altargegenstände in der Kirche wurden von dem Künstler Gerlach Bente geschaffen.

Die Dorfkirche ist ein spätromanischer Feldsteinbau. Die Fenster in Lanzettform sowie weitere Altargegenstände in der Kirche wurden von dem Künstler Gerlach Bente geschaffen.

Mit einer weiteren Exkursion aus der Reihe „Dörfer in Anhalt-Zerbst“ ging es am 11. April 2026 für die Zerbster Regionalgruppe des VAL nach Nutha und den Ortsteil Nutha-Siedlung.

Vereinsmitglied Johanna Lüdecke, die in Nutha geboren wurde und mit der Geschichte ihres Heimatdorfes bis heute eng verbunden ist, führte durch das Dorf und dessen Geschichte. Die Dorfchronik ihres Vaters Fritz Böttge, verstorben 2013, war die Grundlage ihrer Führung. Inhaltlicher Schwerpunkt war am 11. April die Entstehung des heutigen Dorfbildes.
1378 erstmals als „tu der Nuth“ erwähnt, bildet den Ursprung des Dorfes die heutige Straße „Großer Winkel“. Hier reihen sich die großzügigen Höfe in Hufeisenform um den Dorfanger, was typisch für slawische Dörfer war. Später entstand östlich davon der heutige „Kleine Winkel“.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde auch der im Dorf befindliche Gutshof des Rittergutes der Familie von Wallwitz zerstört, die es um 1685 an die Familie von Kalitsch (auf Dobritz, später auch Bärenthoren) verkauften. Der Acker des Gutes jedoch wurde bis zur Separation 1850 an die Nuthaer Bauern verpachtet. Auf der Stelle des einstigen Gutshofes in Nutha entstand stattdessen ein Gasthof, der über Jahrhunderte das kulturelle Zentrum des Dorfes bildete.
Die Dorfkirche ist ein spätromanischer Feldsteinbau, der1707 durch von Kalitsch um einen Choranbau vergrößert wurde. 1945 wurde die Kirche stark beschädigt, wobei die barocke Inneneinrichtung verloren ging. Eine grundlegende Sanierung erfolgte zwischen 2014 und 2021. Gerlach Bente entwarf neben den Lanzettfenstern, Altartisch, Taufe und Lesepult sowie das Wandbild. Er gehört zu den Künstlern des Projekts „Lichtungen“ der Anhaltischen Landeskirche.
An die Besichtigung der Kirche schloss sich ein Dorfrundgang an. Anhand der einzelnen Höfe wurde die Entwicklung des Dorfbildes diskutiert. Einen enormen Aufschwung erlangte das Dorf in der zweiten Hälfte des 19. Jh. nach der Separation bis in die 1920er Jahre hinein. Fast alle Wohnhäuser wurden in dieser Zeit erneuert, neue Stallanlagen, Scheunen und Torhäuser errichtet und umgebaut. Überliefert ist, dass die alten Häuser, anfangs noch strohgedeckt, zuvor mit dem Giebel zur Straße standen. Die neuen Wohnhäuser wurden dann quer zur Straße hin errichtet, sodass geschlossene Vierseitenhöfe entstanden. Die alten Wohnhäuser wurden damals als Waschhäuser umgenutzt.

Die Nuthasche Mühle wurde mit dem Auto erreicht. Der erste Erblehnsmüller war seit 1685 Peter Zehle, der die ehemalige Gutsfläche von Kalitsch kaufte und die Lizenz zum Betreiben einer Schankwirtschaft erhielt. Von 1778 bis 1990 befand sich die Mühle im Besitz der Familie Bohne, welche diese im Laufe der Zeit zu einer gut gehenden industriellen Mahlmühle vergrößerte. Der mit Wasserkraft ausgeführte Mühlenbetrieb endete 1964, als der Nutheverlauf verlegt wurde und das Mühlrad stillstehen musste. Bis 1990 wurde das Getreide der LPG elektrisch gemahlen. Die Exkursionsteilnehmer konnten das Mühlengelände vom Hof aus in Augenschein nehmen. Bis heute beeindruckt die Größe des alten Mühlengebäudes und die Bautätigkeit des Kommerzienrates Friedrich Bohne.
Letzte Station der Exkursion war das frühere Nuthaer Rittergut – heute Nutha-Siedlung.
Ab 1857 bis 1893 wurde das Rittergut durch Familie von Kalitsch nordwestlich des Dorfes Nutha neu errichtet und in Gänze verpachtet. Erst später kam ein großzügiges Gutshaus – im Volksmund „Villa“ genannt – hinzu, das 1894 fertiggestellt wurde. Von 1894 bis 1945 wohnten hier Werner von Kalitsch bzw. später sein Schwiegersohn Major Thilo von Trotha mit ihren Familien. Die Leitung des Gutes verrichtete ein Inspektor. Das Gutshaus wurde nach der Enteignung der adligen Besitzer zu DDR-Zeiten durch die LPG genutzt. Leider steht es nun seit vielen Jahren leer und ist dem Verfall preisgegeben. An den noch vorhandenen Gutsgebäuden (Scheunen, Stallungen, Inspektoren- und Gärtnerhaus) und den Umfassungsmauern sind die Ausmaße des einstigen Rittergutes noch gut zu erkennen.
Leider konnte das Kornmuseum des Heimatvereins in Nutha nicht besichtigt werden, da dort am 12. April 2026 die Wahl des Zerbster Bürgermeisters stattfinden sollte. Gleichzeitig waren die Nuthaer Landfrauen – seit 1996 werden in Nutha Erntekronen gebunden, die im Landeswettbewerb mit vielen ersten Plätzen ausgezeichnet wurden – vom Landesfrauenverband Sachsen-Anhalt nach Annaburg eingeladen. Ein Besuch lohnt sich.
Zu empfehlen ist das Reformationsfest, wenn in der Kirche der Pfarrer mit dem Bürgermeister der Stadt Zerbst und Bürgerinnen und Bürgern von Nutha aktuelle Probleme diskutieren. Im Anschluss darf der leckere Hefekuchen, im Backofen selbst gebacken, gekostet werden.
Johanna Lüdecke und Tobias Zander

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