Bei Sonnenschein aber etwas windigem Wetter ging es im Rahmen der Reihe „Dörfer in Anhalt-Zerbst“ für die Regionalgruppe Zerbst am 5. September 2026 nach Göritz im Fläming, ein Dorf das markante Sehenswürdigkeiten aufweist.
Durch den Ort und dessen Geschichte führte Klemens Maria Koschig, der bereits zum 675-jährigen Dorfjubiläum im Jahr 2015 eine Dorfchronik verfasst hatte und so mit Fakten und Anekdoten viel aus der Göritzer Vergangenheit zu berichten wusste.
Göritz selbst wurde erstmals im Jahr 1340 urkundlich erwähnt. Damals war der Ort allerdings bereits wüst. 1544 schließlich wurde der Ort auf Veranlassung des Fürsten Wolfgang von Anhalt neu gegründet. Zwölf Familien ließen sich hier nieder und gründeten ihre Höfe – ursprünglich sechs Hüfner und sechs Kossaten. Im 18. und 19. Jahrhundert nahm die Zahl der Göritzer Höfe durch weitere Ansiedlungen leicht zu. Das ursprüngliche Dorfbild ist jedoch bis heute erhalten geblieben.
Start der Exkursion war im Garten der Familie Linz, von wo aus ein Fußmarsch zum nahe des Dorfes am Waldrand gelegenen Schwedenstein führte. Das im Jahre 1840 errichtete Denkmal erinnert bis heute an die schwedischen Heere, die zu verschiedenen Zeiten bei Göritz lagerten.
1631 war es Schwedenkönig Gustav Adolf II., 1813 Kronprinz Karl XIV. Johann von Schweden. Klemens Koschig trug auch die beiden Erzählungen vor, welche mit dem Schwedenstein in Verbindung stehen. Die darin erwähnte „Roßtrappe“ ist bis heute auf dem großen Findling vor dem Denkmal zu erkennen.
Vom Schwedenstein aus ging es zu Fuß auf die östliche Seite des Dorfes zum „Heiligen Born“. Der Sage nach sollen die Göritzer Kinder zusammen mit dem Lehrer bei lang anhaltenden Dürren singend und betend zum abseits des Ortes gelegenen Brunnen gezogen sein, um Wasser und Regen zu erbitten. Der Brunnen und das Umfeld wurde vor einigen Jahren wieder hergerichtet und liegt heute idyllisch am Waldrand.
Die letzte Station war die Göritzer Dorfkirche – die „Gustav-Adolf-Kirche“. Diese wurde 1879 im Stil der Neoromanik anstelle eines älteren Vorgängerbaus in der Mitte des Friedhofes errichtet. Die kleine, schlichte Kirche wurde in den vergangenen Jahren saniert. Auch die Orgel ist funktionstüchtig, wie uns ein Besucher mit einem kurzerhand auf dem Instrument vorgetragenen Musikstück beweisen konnte.
Zum Abschluss trafen sich die Teilnehmer wieder auf dem Hof der Familie Linz in der „Linz-Arena“, wo die Exkursion bei einer herzhaften Kartoffelsuppe mit angeregten Gesprächen ihren Ausklang fand.
Tobias Zander (Text und Fotos)


